Wie ich mit 25 Dozentin wurde

Oft erreicht mich die Frage: Kira, wie bist du eigentlich so jung Dozentin geworden? đŸ’„

Im Jahr 2013 startete ich an der Hochschule Fresenius in Köln meinen Bachelor of Arts in Media & Communication Management (MCM). Dieser 3jĂ€hrige Studiengang beinhaltete die Wahl zweier Schwerpunkte. Ich entschied mich fĂŒr Live Communication und Sport & Entertainment Management. Also, ihr merkt, ich war schon immer interessiert an der Medienbranche. Den Schwerpunkt Live Communication unterrichteten damals Niels Reuschel und Christoph KĂŒppers – zwei MĂ€nner aus der Eventbranche mit viel Praxishintergrund auf Honorardozentenbasis. Wir durften sofort Duzen, erhielten einen guten Einblick hinter die Kulissen der Eventbranche, hörten Geschichten und Best Practices und durften als PrĂŒfungsleistung unter anderem selbst ein fiktives Event planen. Alles in allem mein bester Unterricht im Bachelor. Diese beiden MĂ€nner waren maßgeblich dafĂŒr, dass sich in mir der Wunsch formte, auch Dozentin zu werden. Chris erklĂ€rte mir, dass man an der Hochschule Fresenius einen Master brĂ€uchte, um zu unterrichten und unter anderem deswegen entschloss ich, den Master of Arts in International Marketing & Media Management an der Rheinischen Fachhochschule zu machen. Die Preise an der Fresenius waren mir einfach zu hoch 😅.

WĂ€hrend dieser Zeit blieb ich mit Chris und Niels in Kontakt und teilte Chris nach Beendigung des Masters im Jahr 2019 mit, dass ich als Dozentin tĂ€tig werden wollte. Im Sommersemester 2020 war es dann soweit: Chris rief mich an und fragte, ob ich fĂŒr eine abgesprungene Dozentin mit Niels und ihm den Schwerpunkt Live Communication unterrichten wolle. NatĂŒrlich sagte ich JA! Da ich wĂ€hrend meines Masters einige Jahre Praxiserfahrung in der Eventbranche als Eventregisseurin sammeln konnte, nahm mich die Hochschule Fresenius in Köln mit offenen Armen als Dozentin auf. FĂŒr mich hieß es also: BACK TO THE ROOTS – nur jetzt in anderer Funktion. Was ich nur nicht hatte? Erfahrung im Unterrichten. Da griffen Chris und Niels mir dankenswerter Weise sehr gut unter die Arme und bereiteten mich auf meine erste Vorlesung vor.

Mit 25 Jahren einen Kurs von knapp 20 Studierenden zu unterrichten, machte mich wirklich nervös. Chris‘ Tipp: „Starte mit Namedropping!“ Also erzĂ€hlte ich von Großkund:innen, wie Deutsche Telekom, Porsche, etc. und erwĂ€hnte nie mein Alter. Das kam gut an und das mache ich auch heute noch so.

Leider machte mir die Pandemie einen Strich durch die Rechnung, weswegen ich nach nur zwei PrĂ€senzvorlesungen ins Online-Format wechseln musste. Nicht so einfach fĂŒr uns alle und auch nicht so spaßig aber ich meisterte das erste Semester, nahm gemeinsam mit Niels und Chris die PrĂŒfung ab (die Studierenden mussten unter anderem ein fiktives Event planen und uns prĂ€sentieren) und startete zufrieden ins nĂ€chste Semester. Dieses begann komplett online und ich unterrichtete erstmalig neben dem normalen Schwerpunkt auch berufsbegleitende Studierende. Demnach war ich das erste Mal jĂŒnger als manche der Zuhörer:innen. Wieder eine Herausforderung, die ich dank eines hervorragenden und dankbaren Kurses erfolgreich meistern konnte.

Im darauffolgenden Semester wurde der Studiengang aus dem Angebot der Fresenius gestrichen, was ebenfalls das Ende des Schwerpunkts Live Communication bedeutete. Dieses Semester unterrichtete ich also nicht und korrigierte lediglich die ein oder andere Bachelorarbeit. Doch ich hatte mir ĂŒber die Jahre durch meine SelbststĂ€ndigkeit nicht nur ein Standbein im Eventbereich, sondern auch im Social Media Marketing aufgebaut und schrieb dem Studiendekan Dr. Oliver Faber, dass ich Interesse hĂ€tte, weiter zu unterrichten und mir auch den Dozentenstart im Social Media Bereich vorstellen könnte. Erfreut darĂŒber durfte ich in seiner Online Marketing Vorlesung einen Gastvortrag halten, woraufhin er mich mit dem damals aktuellen Dozenten fĂŒr Social Media & Content Marketing zusammenbrachte. Wir sollten das Modul zusammen unterrichten. Der Dozent berichtete mir, dass er das Unterrichten aus zeitlichen GrĂŒnden gerne abgeben wĂŒrde und mir jemanden als Ersatz suchen wĂŒrde. Dieser Ersatz wurde nie gefunden und so startete ich alleine.

Doch ich war nicht ganz alleine: in der Zeit des Online-Unterrichts kam mir die Idee, Freund:innen und Bekannte aus der Eventbranche als Gastdozierende in die Vorlesungen zu holen. Das brachte Abwechslung und mehr Best Practices in den Unterricht, die Gastdozierenden konnten Prakitkant:innen gewinnen und ihre Expertise zeigen und auch ich konnte etwas dazulernen. FĂŒr die Studierenden, Gastdozierenden und mich also eine Win-Win-Situation. Und das nutzte ich auch fĂŒr fĂŒr mein Netzwerk der Social Media Branche.

Das erste Semester als Dozentin fĂŒr Social Media & Content Marketing startete zur Freude aller 30 Studierenden und mir live und blieb auch bis zum Ende als PrĂ€senzunterricht möglich. Das gab meinem Unterricht eine neue Dynamik und auch den Studierenden einen ganz anderen Drive. Die Gastdozierenden kamen unter anderem mit drei stĂŒndiger Hinfahrt zu mir in die Vorlesung, ohne eine VergĂŒtung zu erhalten, sondern einfach, um den Studierenden Praxiseinblicke zu liefern, mögliche Praktikant:innen zu gewinnen und junge Menschen zu fördern. Einfach großartig! đŸ„ł

Dieses Semester ist nun auch vorbei und meine Studierenden haben ihre PrĂŒfung beendet. Das nĂ€chste Semester kann also starten und ich freue mich schon wieder darauf, mein Netzwerk einzuladen und interessante Einblicke von sowohl den Gastdozierenden als auch meinen Studierenden zu erhalten. Denn meine Devise ist, beidseitigen Wissenstransfer zu ermöglichen. Ich möchte fĂŒr meine Studierenden eine große Schwester sein, von ihnen lernen, unterrichte in Du-Form, verschaffe ihnen Jobs und gebe Tipps & Tricks fĂŒr die Arbeitswelt, die ĂŒber Social Media & Content Marketing hinausgehen. Das ist meine Art zu unterrichten und genau deswegen erhalte ich unter anderem das Feedback meiner Studierenden, dass mein Unterricht der beste an der Hochschule Fresenius in Köln sei, und darauf bin ich sehr stolz! đŸ™đŸŒ

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